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BIKEPARK BAD WILDBAD  auf dem Sommerberg

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Wildbader Anzeigenblatt  22. August 2000

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Stadtbild und Umgebung von Bad Wildbad vom Bike geprägt
Am Wochenende:
Eröffnung des Bikeparks und Veranstaltungsvielfalt
ließen Bäderstadt zum Mekka der Radsportler werden

Von Freitag, 18. August, dem offiziellen Eröffnungstermin des Bikeparks Bad Wildbad bis zum Sonntagabend und den abschließenden Siegerehrungen tanzte der Bär in der Bäderstadt. Das Bike wurde dabei zum sportiven Vehikel vor allem der jüngeren Zeitgenossen, die aus allen Teilen Deutschlands und aus dem angrenzenden Ausland anreisten und sich dieser Trendsportart intensiv widmen. Weit über 1200 Biker einschließlich Begleitung aus den Disziplinen des rassanten Abfahrens, bei denen es auf den Pisten mit Steilkurven und Sprüngen um Tausendstel von Sekunden geht, sowie des Ausdauersports (Marathonstrecken über 53 km bzw. 80 km, die viele der über 800 Starterinnen und Starter an ihre körperlichen Grenzen führte, ließen das obere Enztal am vergangenen Wochenende zu einem farbenfrohen Dorado von Bikern werden, deren Fröhlichkeit, Ausgelassenheit und Unkompliziertheit im Umgang miteinander geradezu ansteckend wirken konnte. Vorher kaum zu glauben und auch nicht vorstellbar: Dieser Sport hat sich zwischenzeitlich zu mehr als einer Randgruppe entwickelt, boomt ungeheuer und erlebt gegenwärtig trotz der nicht gerade geringen Kosten ungebrochenen Zulauf. „Eine Jugend mit Waschbrettbauch, Knack-Po, Muskeln (wo diese hingehören) und optimal durchtrainiert“, so eine genaue Beobachterin, bestimmte das Bild.

Offizielle Eröffnung des Bikeparks mit zahlreichen Ehrengästen
Die bekannte Radio- und TV-Moderatorin Beate Blasius mit Kollegin Antje Kühlmorgen hatten am Freitag gegen 11 Uhr gerade den live von SWR 4 als „Nahaufnahme“ gesendeten Beitrag abgedreht, da öffnete der Himmel seine Schleusen. Rednerpult und Mikro für die zahlreich vorgesehenen Ansprachen und Grußworte waren im Freien vor der Skihütte platziert; Bürgermeister Dr. Walter Jocher und Landrat Hans Werner Köblitz standen danach jedoch in des Wortes eigentlichem Sinn buchstäblich im Regen. In der flexiblen Umsetzung des Orts des Geschehens behielt Verkehrsdirektor Alfred Dath die Fäden in den Hand und der Landkreis-Chef konnte seine Gratulation für die innovative Einrichtung und großartige Gesamtleistung an Stadt und SOG als Betreiberin adressieren. Sprach der Bürgermeister noch davon, dass Bad Wildbad nunmehr sein sportliches Ereignis hat und „der Bikepark eine optimale sportliche Ergänzung der Freizeitanlagen darstelllt“, freute sich Köblitz über die erfolgreichen Bemühungen zur Erreichung neuer Zielgruppen für die Stadt und die Region. „Wir begrüßen die Einrichtung uneingeschränkt“, so der Landrat, zumal seiner Ansicht nach die Radsportler einer zahlungskräftigen Klientel angehören. Großes Kompliment galten der Stadt mit Bürgermeister Dr. Jocher, Verwaltung und Gemeinderat, Ordnungsamts-Chef Frank Olaf Wilhelm, der SOG, dem städt. Bauhof und Stadtwerken, Forst und den vielen beteiligten Stellen sowie den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Skizunft. Die lange Liste der engagierten Mitstreiter ergänzte das Stadtoberhaupt.
Beate Fauser als Mitglied des Landtags gratulierte ebenfalls und deutete das Regenwetter „bei der Taufe des Bikeparks als gutes Zeichen dafür, dass sich daraufhin ein kräftiges Kind entwickle“. MdL Lothar König zollte den intensiven Bemühungen Bad Wildbads zur Zukunftssicherung ebenfalls Lob und Anerkennung.
„Der Bikepark ist damit eröffnet“ ... diese knappe Formulierung beschloss innerhalb der Skihütte die symbolische Aktion mit der Schere, wobei das in den Farben der Stadt Bad Wildbad gehaltene Startband durchschnitten wurde.

Bergbahn-Fahrtechnik durch morgendlichen Blitzeinschlag außer Dienst
Der Freitag konnte nicht schlimmer beginnen: Ein gewaltiger Blitz hatte am Freitagmorgen die Elektronik der Bergbahn zum Sommerberg lahmgelegt, sodass bereits angereiste Biker, Zuschauer, Fun-Fahrer, Ehrengäste u.a. auf den Omnibus-Behelfsverkehr angewiesen waren. „Eine mittlere Katastrophe“, ängstigten sich die Verantwortlichen vor dem Tagesverlauf, der irgendwie und gut improvisiert bewältigt wurde. Aus Zürich wurde ein Spezialist mit den notwendigen Ersatzteilen herbeitelefoniert und nach dreistündiger Reparatur war am Freitagabend gegen 23 Uhr die Bergbahn wieder fahrbereit.

Liveband „Donots“ schöpfte Lärmpegel bis an die Grenze aus
Für die Jugendlichen und offensichtlich mit mehr Windungen im Gehörgang ausgestatteten Kids war der Freitagabend auf dem Kurplatz gedacht. Die örtliche Gastronomie, Anrainer und speziell die Gruppe EGW (Ereignis-Gastronomie Bad Wildbad), die an den Veranstaltungstagen die Besucher auf dem dicht gefüllten Kurplatz betreute, wurde der besonderen Herausforderung in jeder Phase gerecht. Dass jedoch zwischen 21 und 22 Uhr ein Teil der (nicht nur älteren) Festbesucher heimwärts zog, hatte mit der Lautstärke und Qualität der Musik zu tun. Wurde zunächst der aufwendig lange Sound-Check der Gruppe aus Münster belächelt, setzte gegen 21 Uhr ein tonales Gewitter ein, das bei allem Verständis eher einem Bemühen entsprach, dem Instument ein Höchstmaß an Phon abzuringen. Die beiden Gitarristen legten dabei kurzzeitig staunenswerte Sprints über die gesamte Breite der Bühne ein und beim Leadsänger konnte durchaus der Eindruck gewonnen werden, als würde der Frontmann in Sydney für die Disziplin Hochsprung aus dem Stand trainieren. Um 22 Uhr war zum Glück der Spuk vorbei; der Abend verlief dann bis zum Ende in geordneten Bahnen.

Spannung und Dramatik beim Dual-Slalom
Strahlende Sonne begleitete die Wettbewerbe auf dem Sommerberg, mit denen der Samstag ausgefüllt war. Diese auch vom Publikum begeistert aufgenommene Disziplin mit rd. 250 Startern, in der zwei Akteure auf parallel angelegten Pisten gegeneinander antreten, ging über einen Slalom von 300 m Länge und 14 Kurven, der zweimal zu durchfahren war. Rote und blaue Kippstangen markierten die Piste und mit Karacho bretterten die Akteure durch Qualifikation, Zwischenläufe bis ins Finale. Sieger der Lizenzfahrer Herren mit der schnellsten Zeit aller Akteure wurde der Ex-Europameister von 1999, Guido Tschugg, vom Wheeler-Team Deutschland aus Altusried bei Isny, der mit insgesamt 59,86 Sek. unter der Minutengrenze blieb.
Als einziger Akteur aus der Region war der zwölfjährige Stefan Ehlebracht von der Skizunft Wildbad am Start, der als Sommerbergler den Bikepark praktisch vor der Haustüre hat. Bei der Siegerehrung am Sonntagabend nahm an seiner Stelle der stolze Papa Klaus Ehlebracht die Sonderehrung entgegen, nachdem der Junge daheim geblieben war. Nur um die Winzigkeit einer Sekunde hatte der Nachwuchsbiker das Viertelfinale verpasst. – Der mutige Bursche ließ es sich auch nicht nehmen, am Sonntag beim Biker-Cross an den Start zu gehen.

Sommerberg Bikepark als Anziehungspunkt für interessierte Besucher
Vor allem am Samstagnachmittag zog das Zuschauerinteresse mächtig an und die zum Glück wieder funktionierende Bergbahn beförderte in den Nachmittagsstunden Hunderte von Besuchern auf den bad Wildbader Hausberg. Sie wurden sowohl von den in die Landschaft eingebundenen Pisten, die weitgehend in vom Orkan Lothar betroffene Waldteile verlegt wurden, als auch von der großartigen sportlichen Attraktivität der Wettbewerbe überrascht.

Kickboard City-VIP-Rennen auf dem Kurplatz
Auf der Unterhaltungsseite des Biker Openings war am Samstagabend auf dem Kurplatz ein City-Roller-Racing vorgesehen, bei dem jedoch die angesprochene (örtliche) Prominenz durch Abwesenheit glänzte. So stellten sich das Stadtoberhaupt Dr . Walter Jocher, die beiden Bad Wildbader Stadträte Volker Gründer und Jochen Borg dem Wettbewerb, der mit Michael Seidel, Bürgermeisters-Gattin Andrea Jocher, ihrer Schwester Elisabeth Rupf, die im örtlichen Polizeivollzugsdienst tätige Agnes Bügel, sowie den beiden Kindern Nathalie Macas und Chris Hasselwander (Dettenhausen) komplettiert wurde. Roland Betzmann von der SOG übernahm dazu die Moderation und weniger die jeweils dicht beieinander liegenden Zeiten als der von der Showbühne herunter gesteuerte Sympathiebeifall gab den Ausschlag für die kleine Nathalie als Siegerin. Pokale gab es für die ersten Drei und einen Sonderapplaus für den Bürgermeister, der beim Probefahren wegen zu großen Schwungs auf dem Allerwertesten landete.

Bikeparty auf dem Kurplatz – bis weit in die Nacht hinein
Ausgesprochen passend für den Anlass und angenehm im Ohr stellte sich der Auftritt des Duos „RUSS‘N CHEESE“ heraus, dessen Repertoire von Westernmusik über Oldies als Hit früherer Zeiten bis zum Rock vom Feinsten reichte. Bei fast südländischen Temperaturen ging in fröhlicher Ausgelassenheit ein Tag zu Ende, dessen glücklicher Verlauf mit hoch interessantem Sport und vielen persönlichen Kontakten untereinander man sich nicht besser hatte wünschen können.

1. Internationaler Schwaben Bike-Marathon als Non plus ultra
Zum Höhepunkt des Wochenendes, der auch hinsichtlich der Teilnehmermeldungen alle Grenzen zu brechen schien, wurden am Sonntag die Bike-Marathonveranstaltungen über eine längere und kürzere Distanz, die an der Enztalhalle starteten. Bürgermeister Dr. Jocher schickte insgesamt 840 Starter auf die 53 km- bzw. 80 km lange Strecke, die angesichts der 1800 bzw. 2750 Höhenmeter sowie des schwülen Sommerwetters für viele an die Grenze der Belastbarkeit (und darüber hinaus) ging. An TV-Berichte über den New-York- und London-City-Marathon erinnerte das dichte Gedränge vor der Enztalhalle, wobei gleichzeitig ein ungeheurer materieller Wert präsent war. Bereits um 6 Uhr erfolgten die ersten Einschreibungen und die Calmbacher Wohngegend im Bereich der Jahnstraße – Altwiesen – Beermiß erinnerte eher an ein grandioses Heerlager der Moderne.

Favorisierter Tobias Nestle aus München brach ein
Der Gewinner des ersten Marathons, der sich mit einem Sieg in Bad Wildbad Hoffnungen auf die 10 000 Mark-Gewinnprämie hätte machen können, führte über lange Zeit unangefochten das Feld an, um dann auf dem Schlussdrittel einzubrechen. Die Nr. 444, Markus Reichle von Centurion Magstadt, lauerte vom Start weg auf Rang zwei, passierte alle Kontrollstellen im absoluten Vorderfeld und sah seine Zeit gekommen, als sich bei Nestle der „kleine Mann mit dem Hämmerchen“ meldete, wie dieser im Siegerinterview freimütig zugab.

Zieleinlauf Kurplatz – alle Teilnehmer waren Sieger
Angesichts der Strapazen und der Bilder, die sich auf dem überfüllten Kurplatz zeigten, waren am Sonntag alle durchgekommenen Teilnehmer als Gewinner zu sehen. In den Gesichtern der Akteure spiegelte sich neben den Anstrengungen auch zu recht der Stolz, mit der Herausforderung klar gekommen zu sein. Das DRK und auch ein Ärzteteam waren präsent, um mit entsprechendem Einsatz möglichen gesundheitlichen Problemen zu begegnen. Zum Glück waren es nur einige wenige, die im Zelt des Roten Kreuzes sich kurzzeitig erholen mussten.
Die Organisatoren sorgten mit Getränken, Obst und den vielfältigen Formen an Kohlehydraten für den Mineralienausgleich der Athleten und bis zur Siegerehrung verwandelte sich das Stadtzentrum und der Kurplatz zu einem bunten Athleten-Treff, wobei der intensive Erfahrungsaustausch der zurückliegenden Stunden zum wohl dominierenden Thema wurde.
Für Kurzweil bis zur abschließenden Siegerehrung sorgte eine Band sowie der Stuttgarter BTX-Fahrer und Weltmeister Guido, der mit seinem Spezial-Rad verblüffende Vorführungen auf den Plattenbelag des Platzes zauberte und bereits am Samstagabend einen viel bestaunten Auftritt hatte.

Biker Cross auf dem Sommerberg –
anspruchsvolle Strecke mit 16 Hindernissen und 22 (Steilwand-)Kurven
„Megageil“ – so kurz und knapp die Kommentierung der Strecke eines jugendlichen Bikers auf dem Sommerberg, der ebenso wie die weiteren Mitkonkurrenten davon begeistert war, was er in Bad Wildbad antraf. Beim Fun-Fahren und Kennenlernen der anspruchsvollen Strecke vor dem lange sich hinziehenden Wettbewerb heizten die Jugendlichen den 700 m langen Parcours hinab, oft mit Sprüngen weit über die als Hindernisse eingebauten Kompressionen und Kamelbuckel hinweg, mit Sekunden dauernden Luftfahrten, die noch zu akrobatischen Einlagen genützt wurden. Leider brachte ein Stromausfall im Bereich der Cross-Strecke den gesamten Zeitplan durcheinander; erst ein von der Feuerwehr Bad Wildbad in Einsatz gebrachtes Aggregat sorgte für den notwendigen Saft.
Zum Glück hielten sich die Stürze der High-Speed-Racer und die damit verbundenen Blessuren in Grenzen, die gleich vor Ort von DRK-Helfern, Ärzten und Bergwachtlern versorgt wurden.

Herzliche Dankesworte zum großartigen Gelingen der Veranstaltungstage
Bürgermeister Dr. Walter Jocher brachte in einem Schlusswort nach der letzten Siegerehrung nochmals auf den Punkt, dass es ihm ein Herzensbedürfnis sei, allen engagierten Helfern zu danken. In der Auflistung und ohne Anspruch auf Vollständigkeit erwähnte er u.a. die Vereine der Gesamtstadt, die als Marathon-Streckenposten ihren Dienst versahen, in besonderem Maße die Feuerwehren, Ärzte , DRK, Bergwacht, die Gastronomie, die Einzelhändler für ihre Teilnahme am verkaufsoffenen Sonntag, Polizei und Ordnungskräfte sowie das ganze Spektrum der städtischen Mitarbeiter.
Roland Betzmann von der SOG als Betreiberin des Bikeparks Bad Wildbad: „Wir haben uns letztes Jahr im Bemühen um die Realisierung dieses Projekts kennen – und jetzt nach diesen Veranstaltungstagen auch schätzen gelernt“, freute er sich über die ausgesprochen gute Zusammenarbeit. Dankesworte galten auch noch Didi Schneider als verantwortlichem Streckendesigner des Bikeparks und dem Neuenbürger Biker-Spezialisten Patrick Gall, der für die Festlegung der Marathon-Strecken zuständig war. Ihm wurde zusammen mit seiner Freundin ein einwöchiger Aufenthalt im Bikepark Bischofsmais spendiert.

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