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BIKEPARK BAD WILDBAD  auf dem Sommerberg

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Wildbader Anzeigenblatt  18. April 2001

Dreitägige Veranstaltung musste abgebrochen werden:


Osterhase im Bikepark Sommerberg: Handschuhe und Winterreifen waren gefragt
Schnee und Eis zwangen Oster-Sonntagmorgen zur Absage aller Wettbewerbe
Die groben Stollenprofile der Spezialbikes, die am Karsamstag auf der neuen Downhillstrecke vom Sommerberg-Plateau zum Kriegsblindenkurheim und der Zwischenstation der Bergbahn zum Einsatz kamen, wurden weniger wegen der winterlichen Verhältnisse als vielmehr wegen der durchgeweichten Streckenabschnitte gewählt. Wenn nicht gerade große Steine, speziell eingebaute Hindernisse, „Kamelhöcker” und schanzenartige Gebilde zu passieren waren, von denen es vor allem im steilen Hanggelände reichlich gab. Die erste Mutprobe hatten die mit aufwendig abgefederten Vorderradgabeln und im Sitzbereich variabel beweglichen Teilen ausgestatteten Bikes – von einem herkömmlichen Fahrrad so weit entfernt wie ein Pkw von einem Formel-1-Renner – in der Startphase zu bewältigen. Eine vier Meter hohe und vom Zimmergeschäft Keller (Sprollenhaus) gebaute Startrampe unmittelbar am Peter-Liebig-Stein sorgt zum Anfang dafür, dass bei dem kurzen, jedoch rund 40%-Gefälle die Downhiller den Atem anhalten und den Zuschauern die Gänsehaut über den Rücken läuft.

Neue Downhill-Strecke vom Sommerberg ins Tal vorgestellt
Bei strahlendem Sonnenschein erfolgte für die Presse und interessierte Öffentlichkeit am Karfreitag gegen 11 Uhr die offizielle Präsentation der in den letzten Monaten fertiggestellten Abfahrtspiste, die sich als neue Trasse – weitgehend den verheerenden Spuren des „Lothar“ folgend – öfters in der Diretissima in Richtung Kriegsblindenkurheim/Panoramastraße hinabwindet. Bürgermeister Dr. Walter Jocher, städt. Ordnungsamtsleiter-Chef Frank-Olaf Wilhelm, Vertreter des Staatl. Forstamts Bad Wildbad und der örtlichen Polizei wurden von Jürgen Wazian und Roland Betzmann von der Sportmanagement GmbH (SOG) als Betreiberin des Bikeparks Sommerberg an der Station der früheren Hotelgaragen begrüßt. Markus Sitzler (Alpirsbach), Dienstleister der SOG und für die technische Abwicklung zuständig, stellte dabei die Kriterien der in seiner Verantwortung entwickelten neuen Steilpiste vor. „Der Schwerpunkt der Downhillstrecke liegt eindeutig in den technischen Höchstanforderungen für Fahrer und Material, weniger im Kick der Geschwindigkeit“. Anerkennende Dankesworte galten allen Beteiligten für die weitgehend unbürokratische und rasche Umsetzung der Planungen und nicht zuletzt dem geradezu vorbildlichen Ineinandergreifen von Abläufen, die zur Realisierung der von den Bikern als höchst qualifiziert und beispielhaft gestalteten Strecken führten.

293 Downhiller am Ostersamstag am Start
Bei geradezu optimalen Bedingungen ging am Samstag Teil 1 der insgesamt drei unterschiedlich strukturierten Wettbewerbe (Night-Speed auf der Dual-Slalomstrecke, Biker X Cross auf dem Sommerberg-Skihang), die am Ostersonntag und -montag folgten sollten, über die Bühne. Vom 4 m hohen Holzpodest bretterten die Bike-Artisten den Sommerberg abwärts, über Buckel, große Steine, künstliche Hindernisse und in einem Tempo, das geradezu irrsinnig war. Unter den XXL-Shirts und weiten Rennhosen in Übergröße trugen sie Protektoren, die sie ebenso wie die zur Pflicht gemachten Helme vor Sturzfolgen schützten. Nach Aussagen der Fahrer kamen nur wenige ohne Bodenberührung auf der 2,2 km langen Piste mit rd. 300 Höhenmetern ins Ziel: Selbst der mit der absoluten Tagesbestzeit (3.46,66 Min.) registrierte Elite-Lizenz-Fahrer und Deutsche Downhill-Meister Marcus Klausmann, Denzlingen, hatte einen Steher und der Dritte der Elite-Klasse, Markus Bast, Rheinbach, sprintete den letzten Abschnitt der Strecke zu Fuß, das Bike mit abgerissener Schaltung an der Seite führend.
Auf der Panoramastraße – im Bereich der Bergbahnbrücke und dem dort eingerichteten Waschplatz der Bikes – sammelte sich nach dem Zieleinlauf die Fahrercrew, um mit dem eingerichteten Shuttle-Transfer wieder auf den Sommerberg zu kommen.

Deutsche und internationale Fahrer von Bikepark Wildbad begeistert
„Schade – wir haben uns alle so auf die Tage in Bad Wildbad gefreut ... die Strecken sind absolute Spitze und die Organisation o.k.“, so Elitefahrer Markus Bast vom Team GMP Rheinbach, in Nevada/USA bei den Downhill-Weltmeisterschaften Sechster. – „Die Stimmung der Fahrer ist gut und die Strecke ist sauschwer ... ich bin total fertig und keine zehn Pferde bringen mich nochmals nach oben“, äußerte sich Jan Stötzer, Team Pirate Hamburg. Die bildhübsche Marion Löhndorf vom Team GMP Rheinbach, bei der Siegerehrung blitzte der gepiercte Nabel und eher Disco-Queen als Rennfahrerin mit internationaler Lizenz: „Schade, wir hatten uns alle auf Bad Wildbad gefreut und waren auf das erste Rennen dieser Saison heiß“. „Ich hab‘ so einen Hals“, signalisierte Markus Sitzler, Streckenchef und für die technischen Details verantwortlich. „Und jetzt lässt uns in dem entscheidenden Augenblick das Wetter im Stich ... viel Geld wurde ausgegeben und anstrengende Wochen mit harter Arbeit liegen hinter uns“, so der Alpirsbacher.

Kaum Unfälle – nur wenig Blessuren
Bis gegen 17 Uhr hatte der letzte Downhiller die Lichtschranke passiert und das auf höchstem sportlichen Niveau angesiedelte Rennen war abgewickelt. Dank der aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen und Präsenz von DRK-Helfern sowie der Bergwacht gab es nach Auskünften des Roten Kreuzes nur geringfügige Verletzungen durch Stürze, die weitgehend ambulant behandelt werden konnten. Der gesamte Bikepark auf dem Sommerberg einschließlich der Abfahrtsstrecken (Freeride, beide Downhill-Pisten) wurde in Sicherheits-Planquadrate eingeteilt, die vor allem auch nach Alarmierung per Handy oder Funk vom engen Netz der Streckenposten einen gezielten Einsatz der Rettungshelfer ermöglichten.

Oster-Sonntag: Ca.10 cm Neuschnee/1,5 Grad minus/Nebel/Schneefall
Man wollte es nicht glauben ... doch bei diesen winterlichen Verhältnissen sahen sich die Veranstalter nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen gezwungen, alle weiteren Wettbewerbe der beiden restlichen Tage abzusagen. So fielen der zweite Lauf auf der Downhill-Piste und das Night-Speed-Rennen auf der Dual-Slalomstrecke (Ostersonntag) sowie das Biker X-Rennen und weitere Rahmenwettbewerbe dem Wetter zum Opfer. Der Titel „King of Bikepark“, der dem erfolgreichsten Akteur in der Gesamtsumme der besten Platzierungen aller drei Disziplinen verliehen worden wäre, konnte nicht vergeben werden. Die SOG sagte jedoch zu, dass trotz der Enge des Zeitplans der Biker in diesem Jahr die Wettbewerbe auf dem Sommerberg noch nachgeholt werden.

Teure Bikes weckten Begehrlichkeiten ...
Offensichtlich zieht eine Veranstaltung dieser Qualität auch Diebe an wie die Motten das Licht: Einige sündteure Spezialräder, deren Spitzenmodelle in der Preisklasse von weit über 10 000 Mark liegen, wurden in der Nacht zum Ostersonntag geklaut. Aus den gesicherten Abstellräumen eines Hotels wurden zwei Räder entwendet und aus den im Parkhaus Stadtmitte abgestellten Fahrzeugen weitere Bikes gestohlen.

Orientierungshilfen – Parkplatz-Situation – Camping-Notstand
Trotz intensiver organisatorischer Vorbereitungen war nicht damit zu rechnen, dass in so hohem Maße der Anteil der Campingfahrzeuge, Wohnwagen und Wohnmobile das Verkehrsaufkommen prägfen sollte. Der große Parkplatz auf dem Sommerberg war im Laufe des Karfreitags knallvoll ... die sanitären Verhältnisse dort oben jedoch ungeregelt, nachdem dort kein Camping erlaubt ist. Als Schlafplatz war der Parkbereich vor dem Sportplatz auf der Ziegelhütte gedacht, der auch intensiv genützt wurde ... und auch dort waren die sanitären und weiteren Entsorgungsmöglichkeiten nicht befriedigend. Erschwerend kam hinzu, dass die Temperaturen nach einsetzendem Schneefall in den Keller gingen und die Biker sich gezwungen sahen, über den Zimmernachweis eine geordnete und geheizte Bleibe zu bekommen. Neben der Erinnerung an das Oster-Bike-Wochenende in Bad Wildbad werden viele der Fahrer und des Begleittrosses in diesen Tagen noch an den Folgen einer Erkältung zu knabbern haben.

Unterer Sommerberg-Parkplatz wurde zum Fahrerlager
Als das wohl interessanteste und lebhafteste Areal präsentierte sich der untere große Parkplatz des Sommerbergs, der von den Bikern und Begleitmannschaften, von den Unterkunfts- und Betreuungsfahrzeugen komplett in Beschlag genommen wurde. Neben Wohnmobilen und Wagen aus Holland, Frankreich, der Schweiz auch Fahrzeuge aus allen Teilen Deutschlands, die mit ihrer Präsenz die Internationalität des Bikesports dokumentierten.
Wertungsläufe für „King of Bikepark“ werden nachgeholt
In einer Pressemitteilung der SOG und Stadt Bad Wildbad wurde zugesagt, dass die wegen des Wintereinbruchs abgesagten Rennen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Das Sicherheitsrisiko für Fahrer, Zuschauer und Rettungskräfte wäre bei den bestehenden Verhältnissen nicht zu verantworten gewesen. „Die Sicherheit steht im Vordergrund“, so Fritz Feucht als Wettkampfausschussvorsitzender vom Bund Deutscher Radfahrer. Die Fahrer hatten zum weit überwiegenden Teil sehr großes Verständnis, zumal sich die Verhältnisse im Laufe des Ostersonntags verschlechterten.
SOG, BRD und die Stadt Bad Wildbad zeigten sich trotz der Wetterprobleme mit der Organisation und dem Ablauf zufrieden; aufgetretene Schwierigkeiten wurden registriert und sollen behoben werden. Bad Wildbad ist für die Ausrichtung der Deutschen Downhill-Meisterschaften am 8. und 9. September 2001 gerüstet. Der Einsatz der freiwilligen Helfer, Polizei, Feuerwehr und DRK war vorbildlich; das große Verständnis der Anwohner des Sommerbergs für die Behinderungen vor und während der Veranstaltung wurde lobend erwähnt.

Downhill-Bundesliga - alle Ergebnisse – Lauf 1
Lizenz Damen: 1. Anneke Beerten, Team Be one, Holland 5.07,31; 2. Sandra Hohl, Sissach/Schweiz, 5.11,20, 3. Marion Löhndorf, Team GMP Rheinbach, 5.29,08.
Elite-Klasse Herren Lizenz: 1. mit Tagesbestzeit Marcus Klausmann, Hot Chili, Denzlingen, 3.46,66; 2. Bas De Bever, Team Be one, Holland, 3.46,83; 3. Markus Bast, Team GMP, Rheinbach, 3.48,56.
Lizenz Junioren: 1. Daniel Auerswald, Hohndorf, 4,13,05; 2. Julien Paulus, Frankfurt-Ensisheim, 4.22,19; 3. Thomas Schäfer, Ansbach, 4.29,64; ... 7. Johannes Schmidt, Mr. Bike Pforzheim, 4:46,71. – Lizenz Senioren: 1. Wolfgang Groß, TSV Gaimersheim/Univega, 4.22,55; 2. Michael Opper, TSV Gilserberg, 4.30,45; 3. Jörg Heydt, Team Shockworks, 4.33,65.
Hobby Senioren: 1. Maik Simm, Büttelborn, 4.39,85; 2. Alfons Hoevers, Niederlande, 4.47,47; 3. Achim Ehrmann, Waibstadt, 4.48,13; ... 16. Markus Jäck, Straubenhardt, 5.38,10. – Hobby Damen: 1. Linda Wende, Ellweiler, 9.07,10. – Hobby Junioren: 1. Volkmar Unger, Team Radioaktiv Downhill, Rudolfstadt 4.47,39; 2. Danny Winkler, Bike Tuning Team, Schwarzhausen, 5.04,15; 3. Rene Schmidt, Team Radioaktiv Downhill, Eschdorf, 5.16,20; ... 12. Maximilian Wolf, Mr. Bike, Pforzheim, 6.05,48. – Herren Hobby: 1. Christian Krautkremer, Wolles Racingteam, Holland, 4.40,64; 2. Thomas Schmidt, Nazza, 4.42,63; 3. Malte Rosenfeldt, Team Bike Performence, Berlin, 4.42,84.
Herren Hardtail: 1. Mike Hörner, Stroppy Pro Team, Augsburg, 4.51,59; 2. Max Bauer, TB Neuffen, 4.58,05; 3. Martino Petrusch, Team Roter Blitz Solingen, 5.04,00; ... 17. Christian Weber, Team Buck Rads, Pforzheim, 6.22,10.
Die Platzierungen der Baden-Württembergischen Downhill-Meisterschaften – Lizenz Junioren: 1. Johannes Schmidt, Mr. Bike, Pforzheim; 2. Sascha Ehrmann, Univega Racing, Binau; 3. Bastian Voigt, Team Pirate, Freiburg. - Lizenz Senioren: 1. Wolfgang Ebersbach, RIG Freiburg, Gundelfingen; 2. Jörg Friedrich, SC Truchtelfingen; 3. Willi Schlegel, RVA Empfingen Rad X Horb. – Elite Herren: 1. Marcus Klausmann, Team Hot Chili, Denzlingen; 2. Holger Blum, SC Truchtelfingen; 3. Simon Finkel, Bikestation Blaubeuren/Ulm.

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