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Schwarzwald
Heimat- und Flößermuseum Calmbach
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         Schwarzwälder Bote 22.08.2008
Floesserei auf der Enz - Hans Schabert
22.08.2008

Pforzheimer Zeitung - Online 11.01.2007
Da kommt Vergangenheit in Fahrt
Calmbacher Museum nimmt Besucher mit auf eine Reise durch die Blütezeit des Flößer-Handwerks

BAD WILDBAD-CALMBACH. Fritz Barths Herz schlägt für die Flößerei. Und das nicht nur, weil sein Urgroßvater dieser Zunft angehörte. Im Calmbacher Heimat- und Flößermuseum ist der Rentner bei Führungen in seinem Element.

Mit blitzenden Augen hinter den großen Brillengläsern erzählt Barth als einer von sechs ehrenamtlichen Mitarbeitern des Museums von der Vergangenheit Calmbachs.

Der geführte Rundgang für Schulklassen, Kurgäste und historische Interessierte beginnt eigentlich schon vor dem renovierten Fachwerkhaus, das das Museum im zweiten Stock beherbergt.

Erbaut hat es Johann Friedrich Goßweiler Ende des 18. Jahrhunderts. „Das Besondere an diesem Gebäude ist der zweieinhalb geschossige Keller“, macht der 79-Jährige seinen Besuchern deutlich und erklärt auch gleich, weshalb der Erbauer einen solchen Keller benötigt hatte: als Weinlager. Der wohl berühmteste Sohn der Gemeinde hatte reich geheiratet und war durch eine weitläufige Verwandschaft mit Mitgliedern der Holländer-Floß-Compagnie zu einem erfolgreichen Kaufmann geworden. Unter anderem hat er auch mit Wein gehandelt.

Hochburg der Flößer

Und wie von selbst ist der Ortshistoriker gleich mitten im Thema Flößerei. Schließlich war Calmbach vom 16. bis 19. Jahrhundert eine Hochburg dieses Handwerks. „Und das interessante daran war, dass mit der Flößerei vielfältige Wald- und Handwerksberufe zusammenhingen“, erklärt der ehemalige Mechanikermeister den Drittklässlern an diesem Morgen. Holzhauer, Fuhrmann, Wagner, Schmied, aber auch Schuhmacher lebten damals vom heimischen Wald.

Doch bevor die Schüler in den thematisch aufgeteilten Räumen mit ihren alten Exponaten weiter in die einzelnen Handwerksberufe reinschnuppern, erzählt der Museums-Führer von seinem Urgroßvater Egidius Wurster. Der Flößer ist auf einem großen Foto beim Wiedenbinden zu sehen. Die Schüler schauen gebannt auf die großen BlumenthalFotos aus der Kaiserzeit, die die historischen Exponate ergänzen. Wieden aus jüngerer Zeit, bei einem Flößerfest gefertigt, hängen gleich daneben. Barth nimmt eine Fichtenstange zur Hand und demonstriert das Wiedendrehen mit viel Gestik. Fasziniert stehen die Kinder vor den verschiedenen Floß-Miniaturen.

Schließlich hören sie gerade von Fritz Barth, dass ein Holländer-Floß eigentlich ein kleines Dorf auf dem Wasser gewesen sei. Und dass sogar etliche der großen Baumstämme aus Calmbach als Masten auf einem Segelschiff eine neue Heimat gefunden haben.

Knapp eine Stunde nimmt Fritz Barth seine Besucher auf eine spannende Reise in die Vergangenheit von Calmbach.

Das Museum befindet sich in der Bergstraße 1 und ist an Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen auf Anfrage unter Telefon (07081) 9 30-1 11

Erstellt am: 11.01.2007

Pforzheimer Zeitung - Online 12.02.2005
Mit dem Latein am Ende
Besucherflaute im Calmbacher Museum - Stellvertretender Bürgermeister:
Keine Schließung in Sicht


BAD WILDBAD-CALMBACH. Wenig Besucher und ein städtischer Zuschuss von rund 42 000 Euro - die Zukunft des Calmbacher Heimatmuseums ist düster. Bisher ist eine Schließung im Gemeinderat aber kein Thema.

Die Vergangenheit mit Flößern und Waldberufen scheint immer weniger Menschen zu interessieren. Deutlich wird das am Heimat- und Flößermuseum in Calmbach. Kamen in den Anfangsjahren bis zu 3000 Besucher, zählte Anette Manasiev von der Bad Wildbader Stadtverwaltung im vergangenen Jahr rund 700 Interessierte. "Das ist sehr wenig", sagt Anette Manasiev, die die Einrichtung mit sechs ehrenamtlichen Museumsbetreuern aus Calmbach leitet. Warum immer weniger Besucher kommen, könne sich keiner von ihnen erklären. Dabei fehlt es nicht am Willen. "Wir möchten wirklich alles tun, damit wieder mehr Leute ins Museum kommen", sagt Anette Manasiev. Denn die Arbeit von rund 13 Jahren einfach aufzugeben, "das fänden wir alle sehr schade".

Frustration macht sich breit

"Ich habe rund 80 Vereine angeschrieben und Führungen angeboten", sagt Anette Manasiev. Wenn vier oder fünf davon gekommen sind, seien es viele gewesen. Mittlerweile mache sich Frustration breit, wenn es um Ideen geht, die Besucher anlocken sollen. "Wir sind mit unserem Latein am Ende", sagt Anette Manasiev. Selbst die kurzfristigste Anfrage habe man bedient, Ausstellungen seien angeboten worden, in Zusammenarbeit mit der Wildbader Stadtbücherei habe es Lesungen im Museum gegeben - nur die Besucher, die seien nicht gekommen.

Rund 42 000 Euro Zuschuss sind im Haushaltsplan des laufenden Jahres, den der Gemeinderat gerade berät, für das Museum eingeplant. 2000 Euro werden durch Eintrittsgelder erwirtschaftet. Ein hoher Zuschuss für eine Stadt, die selbst den Notgroschen nicht mehr hat, um ihn umzudrehen.

"Es könnte sein, dass wir die Finanzierung des Museums überdenken müssen", sagt Fritz Eitel von der UBKL, der zur Zeit Bürgermeister Walter Jocher vertritt. Aber: Obwohl während der andauernden Haushalts-Vorberatungen auch die Verwaltung auf Sparpotential hin durchforstet werde, stehe das Heimat- und Flößermuseum nicht auf der Spar-Liste. "Das darf bei einem mit Mühe und Liebe aufgebauten Museum auch nicht sein", sagt Eitel.

Bilder werden gestiftet

Solange nicht klar ist, wieviel Geld es 2006 für die Einrichtung gibt, fahren die Museumsbetreuer auf Sparflamme. Aber es gibt ein Trostpflaster. "Wir freuen uns, dass die Eigentümer des Fachwerkhauses, in dem das Museum untergebracht ist, Bilder stiften werden", sagt Anette Manasiev. Die großformatige Bilderserie, auf der die Renovierungs-Phasen des Hauses zu sehen sind, bevor und während das Heimat- und Flößermuseum dort eingerichtet wurde, sollen im Flur aufgehängt werden.


Erstellt am: 12.02.2005

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